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Arno Sandrock

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Arno Sandrock aus Miesbach ist Lauf-Coach und ein erfahrender Ultraläufer, der unter anderem bei den 171 km Kölnpfad finishte.

www.arno-sandrock.de

Ich könnte nun flapsig sagen, weil ich es kann. Aber das wäre zu einfach. Es braucht jahreslanges Training und nicht nur körperliches, sondern zusätzlich auch mentales Training.

Als Kind und Jugendlicher war ich nicht gerade dem Sport zugetan. Ich war kein Mitglied in einem Sportverein, Fussball hat mich auch nie interessiert. Vielmehr war ich ein kleiner schmächtiger Junge, aber ganz bestimmt kein Extremsportler. Im Alter von 16 Jahren begann ich eine Lehre zum Bäcker. Während meiner Tätigkeit musste ich 50 kg Säcke aus dem Keller nach oben schleppen. Ich wog zu der Zeit gerade mal 55 kg! Um bei der nicht unerhebelichen körperlichen Belastung, den die Ausbildung zum Bäcker mit sich bringt, fitter zu werden, ging ich das erste Mal in eine Mucki Bude. Das waren noch keine Fitness Studios, wie wir diese heute kennen. Es gab nur ein Fahrrad und sonst nur schwere Hanteln und viel Eisen. Aber ich fand Gefallen daran und nach 3 Jahren Training brachte ich bei 1,65 Meter Körpergröße einen gut durchtrainierten Körper mit 72 kg auf die Waage. Meine Nachmittage verbrachte ich oft im Studio mit dem sprichwörtlichen Eisen stemmen.

Arno (lacht): "Im Fernsehen kam ein Bericht √ľber den IRONMAN auf Hawaii. Sofort hatte ich Blut geleckt. Wie kann man das nur schaffen? Was sind das f√ľr Menschen? F√ľr mich waren es Helden!

Ein paar Wochen sp√§ter lief ich zum ersten Mal einen 15 km Lauf, fast ohne Training und aufgrund des intensiven Krafttrainings mit viel zu vielen Muskeln! Schnell √ľberkamen mich Seitenstiche und sp√§ter auch noch starke Kr√§mpfe in den Waden. Aber ich kam ins Ziel! Und es war das Beste damals, was ich je gemacht habe. 1984 startete ich zum ersten Mal bei einem Volks-Triathlon in K√∂ln. Noch beherrschte ich beim 500 Meter Schwimmen die Kraultechnik nicht und die 20 km Rennrad fahren konnte ich auch noch nicht in dem sportlichen Ausmass, wie man sich das so vorstellt. Das Laufen trainierte ich auch erst seit ein paar Monaten. Ich kam nach dem abschlie√üenden 5 km Lauf aber ins Ziel und f√ľr mich stand fest, das ist mein Sport.

Fast trau ich es mir gar nicht zu sagen. Mein Trainingsalltag war ohne aufbauende Struktur und inhaltlich viel zu monoton. Fr√ľh morgens lief ich bereits 10 km zur Arbeit, danach gegen Mittag wieder zur√ľck. Oft verl√§ngerte ich die Strecke dabei auf 15 bis 20 km. Etwas Essen, 3 Stunden Schlaf und sodann auf das Rennrad oder ins Schwimmbad. Abends fr√ľh ins Bett und am n√§chsten Tag wieder das gleiche. Das Wochenende verbrachte ich mit Wettk√§mpfen oder langen Radausfahrten. Ich darf dabei bitte erw√§hnen, dass ich sp√§ter mit meiner Kenntnis zur Trainingssteuerung im Hinblick auf eine effiziente Leistungssteigerung selbstverst√§ndlich ganz andere Wege gegangen bin. Die Notwendigkeiten der Regeneration im Rahmen einer effizienten Trainingsplanung waren schon bald fester Bestandteil. So konnte ich einem √úbertraining entgegenwirken und mit Spass und Laune trainieren.

Sehr gerne! 1988 war es dann soweit. Der erste Ironman stand im bayerischen Roth auf dem Plan und ich war am Start. Es war ein tolles Rennen, ich wog nur noch 60 kg, die grossen Muskeln haben sich meiner neuen Belastung angepasst. Als ich nach 11 Stunden ins Ziel kam, war ich wie im Rausch. Ich war ein IRONMAN!

Es sollten noch einige Langdisanzen im Triathlon folgen, auch meine 10 km-Zeit wurde schneller. 33:20 Min auf 10 km lief ich damals.

Irgendwie reizten mich die noch längeren Strecken. So stand ich 1993 plötzlich in Lensahn an der Ostsee am Start eines Triple Ultratriathlons. Das bedeutete in der Gänze 11,4 km zu schwimmen, direkt im Anschluß 540 km Rad zu fahren und sodann 126 km zu laufen. Es gab zu dem Zeitpunkt weltweit nur zwei solcher Veranstaltungen. Dreißig Teilnehmer aus aller Welt waren mit am Start.

Das war das H√§rteste, was ich bis dahin je erlebt habe. Nachts sa√ü ich w√§hrend des Laufens heulend auf der Bordsteinkante, ich war am Ende. Mir tat alles Weh, die Kn√∂chel waren dick angeschwollen und ich hatte immer noch 60 km Wegstrecke vor mir. Aber dann machte es in meinem Kopf irgendwann Klick! Ich stand auf und fing wieder an zu laufen. Zwar in einem sehr langsamen Tempo, aber ich lief. Und nach 52:40:30 war ich √ľbergl√ľcklich im Ziel. Ich habe es wirklich geschafft! Insgesamt habe ich zehn mal den Triple Ultratriathlon bestritten, neun mal davon konnte ich - mit einer Bestzeit von 44:00:30 Stunden - finishen.

Der Ablauf der Ultratriathlon Wettk√§mpfe war oft √§hnlich. Gestartet wurde immer an einem Freitag morgen. Da ich Donnerstags noch in der Backstube stand, bin ich erst am Abend vor dem Start am Wettkampfort angekommen. Wenn dann am Sonntag die Siegerehrung statt fand, sa√ü ich schon oft wieder auf dem R√ľckweg nach Hause im Auto. Ich musste ja am Montag um 4 Uhr wieder in der Backstube stehen!

Im Jahr 1996 zog es mich nach M√ľnchen, auch erst wieder als B√§cker. Zwei Jahre sp√§ter begann ich dann in einem gro√üen Fitness Studio zu arbeiten. Parallel machte ich diverse Trainer-Scheine.

F√ľnf Jahre sp√§ter ging dann 2003 auf einmal gar nichts mehr. Nach einem 48 Stunden Weltrekordversuch auf dem Laufband erholte ich mich nicht. Nach einigen Arzt Besuchen stellt man dann endlich fest, dass ich das Pfeiffersche Dr√ľsenfieber habe. Das war wie ein Schlag ins Gesicht hie√ü. Es bedeutete f√ľr mich den absoluten Verzicht auf Sport! Gar vier lange Jahre brauchte es bis die Krankheit bew√§ltigt war war und ich behutsam wieder mit dem Sport beginnen konnte. In der Zwischenzeit war ich Papa eines Sohn's geworden, das Fitness-Studio, welches ich leitete, wurde verkauft. So begann ich als Laufschuh Verk√§ufer, um im sportlichen Bereich weiterhin aktiv zu bleiben. Als ich dann 2007 allm√§hlich wieder mit dem Laufsport anfing, war ich √ľbergl√ľcklich. F√ľr mich war es nun noch wichtiger, mich einfach sportlich zu bewegen. Wie habe ich das vermisst. Mein grosses Ziel war es immer, im Alter von 70 Jahren noch fit zu sein.

Auch wenn es nach dem Pfeifferschen Dr√ľsenfieber nicht einfach war, gef√ľhlt bei Null wieder anzufangen. Ein Jahr sp√§ter lief ich wieder einen Marathon. Mir war bewu√üt, dass ich dabei an die Zeiten von unter 3 Stunden (mit einer Bestzeit von: 2:44.20 h) nicht mehr herankommen w√ľrde. Aber das war nicht schlimm. Vielmehr suchte ich mir neue Ziele. Ich wollte nun √ľber die Berge laufen. Oder vielleicht auch mal in die W√ľste. So steigerte ich langsam die Distanzen in meinem Training. 2012 lief ich dann meinen ersten "Zugspitz Ultra Trail": 100 km mit 5600 H√∂henmetern. Seit dem gilt meine gro√üe Leidenschaft den Ultratrails L√§ufen.

Zu meinem 50. Geburtstag habe ich mir dann einen 100 km Nonstop Sahara Lauf gegönnt. Ich war verzaubert von der tollen Landschaft. Es war ein großes Abenteuer!

Ich brauche immer wieder neue Ziele. Und ich bin √ľberzeugt, jeder braucht Ziele, ob im Beruf oder im Sport.

Fred Toplak
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Arno Sandrock
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